Insel Madeira

Madeira ist wohl eines der Ältesten Reiseziele Europas. Bedingt durch den Golfstrom bietet die Insel das ganze Jahr über ein angenehmes Klima und eine herrliche Fauna und Flora. Das freundliche Wesen der Madeirenser und die geringe Kriminalitätsrate machen Madeira zu einem der begehrtesten und sichersten Urlaubsreiseziele der Welt!

Levadas

Die Levadas sind Wasserkanäle, die das kostbare Nass vom niederschlagsreichen Norden der Insel zur fruchtbaren aber trockeneren Südseite der Insel leiten. Die ersten Siedler rodeten zunächst die niedrigen Hänge im Süden der Insel, wo sie Ackerterrassen (Poios) anlegten. Mit Hilfe von Arbeitern (in früheren Jahren auch maurische Sklaven oder Sträflinge) wurden die ersten kleinen Bewässerungskanäle gebaut, die das Wasser von in den Bergen liegenden Quellen zu den Feldern leiteten. Wir bewundern noch heute den Mut und die Entschlossenheit, die Generationen aufgebrachten, dieses kühne Projekt über Jahrhunderte zu verwirklichen. Das Bewässerungssystem Madeiras umfasst heute Kanäle in einer Gesamtlänge von circa 2150 km, davon allein 40 km Tunnel.

Tatsächlich ist die Insel ein riesiges, sich selbst regulierendes Wasserreservoir. Das Regenwasser versickert in der porösen vulkanischen Schlacke, doch wo es undurchlässige Gesteinsschichten erreicht, tritt es in Quellen wieder aus dem Boden. Hier wird es von den Levadas aufgefangen und auf die Felder zur Südseite geleitet. Hier sorgt der Levadeiro für die Wasserverteilung an die verschiedenen Grundbesitzer.

Levada do folhadal
Madeira nature

Wolken

Die Wolken, die durch den überwiegend aus Norden wehenden Wind auf die Insel gelangen, werden von der zentralen Bergkette gestaut, und so können im Norden bis zu 2000 mm Niederschlag pro Jahr fallen. Die Südostküste bleibt hingegen bis zu sechs Monate im Jahr relativ trocken.

Die Entwicklung

Im Jahre 1939 schickte die portugiesische Regierung eine Kommission nach Madeira, die ein kombiniertes Bewässerungs- und Hydroelektrizitätsprojekt ausarbeiten sollte. Die daraufhin entstandenen neuen Levadas verlaufen hangparallel entlang der Täler. In diesen richtigen Kanälen fliesst das Wasser mit ruhiger, aber kräftiger Strömung; die Böschungen sind liebevoll mit Afrikanischen Liebesblumen und Hortensien bepflanzt. Diese breiten Wasserkanäle beginnen in etwa 1000 m Meereshöhe, wo es die höchsten Niederschläge in Form von Regen und Tau sowie die meisten Quellen gibt. Durch Rohre wird das Wasser dann zu den Kraftwerken hin abgeleitet, die am oberen Rand des ackerbaulich nutzbaren Landes (auf etwa 600 m Höhe) liegen. Die meisten Entwicklungspläne der Kommission waren 1970 abgeschlossen.

Santana
Botannical gardens

Unglaubliche Länge

Unter den bedeutsamsten Projekten waren die Levada do Norte und die Levada dos Tornos, die man beide auf einer Autotour, einer Wanderung oder einem Picknickausflug erkunden kann. Ihre angesichts des Geländes unglaubliche Länge kann man am besten auf der ausfaltbaren Inselkarte (auf der Tauchbasis erhältlich zusammen miteinemWanderführer) ermessen. Die Bauarbeiten dauerten nur 25 Jahre, obwohl alles per Hand gemacht wurde. Häufig, so zum Beispiel auch beim Bau der Küstenstraße zwischen São Vicente und Porto Moniz, wurden die Arbeiter von oben in Weidenkörben herabgelassen, während sie mit Spitzhacken das harte Gestein bearbeiteten. Bei dem Bemühen, die Inselbewohner mit Wasser und Elektrizität zu versorgen, fanden viele von ihnen den Tod. Sie ließen ihr Leben auch dafür, dass Wanderer heute voller Freude dem Rauschen der Levadas lauschen können.